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Grossbrand in Erzingen, Hauptstrasse 47, Altenwohnstift.

 

Am Freitag, den 20.10.2017 kam es zu einem verheerenden Grossbrand, der den Einsatz von über 100 Feuerwehrkräften und 50 Helfern von Rettungsdienst/DRK/Polizei forderte.

Um 11.16  Uhr wurden mit dem Einsatzstichwort „Feuer 4 - Brand in einem besonderen Gebäude“ gemäss Alarmplan zeitgleich die Feuerwehren Klettgau, Jestetten, Wutöschingen und Lauchringen alarmiert. Feuer 4 ist das höchstmögliche Alarmstichwort bei einem Brand. Ebenso wurde ein grosses Helferaufgebot vom Rettungsdienst alarmiert. Bereits 10 Minuten nach dem ersten Alarm war ein Löschfahrzeug der FFW Klettgau vor Ort, die Fahrzeuge aller alarmierten Einheiten folgten im Minutentakt. Die Wohnungen im Obergeschoss und der Dachstuhl standen zu diesem Zeitpunkt bereits im Vollbrand.

Sofort wurden die Massnahmen zur Rettung der Personen aus dem Gebäude eingeleitet. Dank beherzt eingreifender Nachbarn und Passanten konnten einige Personen bereits vor Eintreffen der Feuerwehren über Leitern von den Balkonen gerettet werden. Weitere Personen wurden über die Drehleitern und auch durch das Treppenhaus gerettet. Zeitgleich mit der Personenrettung musste eine intensive und umfassende Brandbekämpfung durchgeführt werden, da sich der Brand im Innern des Gebäudes und über das Dach immer weiter auszubreiten drohte.

Alle Bewohner konnten dem Rettungsdienst übergeben und von diesen zunächst in der Seniorenresidenz Apfelblüte betreut werden. Zwei Bewohner und ein Ersthelfer mussten mit Verletzungen behandelt werden. Da alle Wohnungen durch Brand- und Wasserschaden unbewohnbar waren, musste sich die Gemeindeverwaltung um die Unterbringung der Geschädigten kümmern.

Durch den massiven Einsatz aller Helfer gelang es schliesslich, den Brand zu löschen. Nach Stunden konnten die ersten Einheiten vom Einsatzort abrücken – der Einsatz für die Feuerwehr Klettgau war gegen Mitternacht beendet.

Während der Rettungs- und Löschmassnahmen musste die B34 Ortsdurchfahrt Erzingen gesperrt werden. Weiträumige Umleitungen vor allem des LKW-Verkehrs mussten von Polizei und Bauhof organisiert werden. Löschwasserleitungen mussten vom Klingengraben zum Einsatzort geführt werden – deshalb musste auch der Bahnverkehr eingestellt werden.

Die Einsatzleitung lag bei den Führungskräften der FFW Klettgau, technisch wurde sie unterstützt vom Einsatzleitwagen des Landkreises Waldshut und personell von der Führungsgruppe Klettgau. Mit einer Drohne, die den Feuerwehren des Landkreises zur Verfügung steht, wurden während der Rettungs- und Löscharbeiten laufend Aufnahmen von oben vom ganzen Gebäude gemacht. Mit Wärmebildkameras wurden Brandnester lokalisiert und die Einsatzkräfte im Innenangriff gezielt an diese Orte geführt.

Die Sichtung und Betreuung der Verletzten und geretteten Bewohner wurde vom leitenden Notarzt übernommen. Der Bürgermeister und weitere Mitarbeiter/innen der Gemeindeverwaltung standen jederzeit helfend und beratend der Einsatzleitung zur Seite.

Die Landespolizei und die Kriminalpolizei übernahm mit ihren Fachleuten die Ursachenermittlung.

Wegen der Streckensperrung war von der Deutschen Bahn ein Notfallmanager vor Ort, zur Statikbeurteilung waren zwei Fachberater Bau vom THW an der Einsatzstelle.

Vor Ort wurden die Einsatzkräfte laufend mit Vesper und Getränken versorgt, über das DRK konnte auch eine kräftigende Gemüsesuppe ausgegeben werden.

Während des Einsatzes erschienen auch mehrere Pressevertreter, die mit notwendigen Informationen versorgt wurden.

Die Feuerwehr Klettgau bedankt sich ausdrücklich bei allen umsichtigen Bürgern, die sehr zahlreich eine Notrufmeldung an die Leitstelle gemacht haben. Herzlichen Dank an alle Ersthelfer, die durch ihre Unterstützung vielleicht eine grössere Katastrophe verhindern konnten. Danke an Alle, die unsere Arbeit in irgend einer Weise unterstützt haben.

 

Ihre Feuerwehr Klettgau

Andreas Kuhnert, Berichterstellung

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